Haarverlängerung – Wie funktioniert’s?

Von einer Haarverlängerung spricht man dann, wenn Fremdhaar am Eigenhaar befestig wird, um es zu verlängern. Dabei hat man die Möglichkeit, zwischen Echthaar und Kunsthaar zu wählen. Auch gibt es verschiedene Befestigungsmethoden. Eine Verlängerung ist vor allem für diejenigen geeignet, die nicht darauf warten möchten, bis das Haar natürlich die gewünschte Länge erreicht hat.

Was sind Extensions?

Bei Extensions handelt es sich um Haarsträhnen, welche auf verschiedenster Weise am Kopf befestigt, verbunden oder verklebt werden. Hochwertige Extensions bestehen aus einhundertprozentigem Echthaar. In der Regel handelt es sich dabei um indisches Echthaar, auch Tempelhaar genannt. Am Anfang der Strähnen befinden sich kleine Verbindungen, Kunststoff- oder Keratinplättchen, welche mit speziellen Methoden am Eigenhaar befestigt werden – diese werden auch Bondings genannt. Sie fallen je nach angewandter Methode rund oder flach aus.

Die Qualität der Bondings ist ausschlaggebend für die Haltbarkeit der Haarverlängerung. In der Regel sind die Verbindungen kaum sichtbar. Normalerweise kann sich jede Frau Extensions anbringen lassen, in manchen Fällen ist allerdings eine Mindestlänge der eigenen Haare vorausgesetzt. Außerdem sollte das Haar gesund sein.

Wie werden die Haare befestigt?

Früher und auch heute noch werden die Extensions häufig mit Keratinblättchen befestigt und mit dem Eigenhaar verschweißt. Mittlerweile kommen aber schonendere Methoden zum Einsatz, wie beispielsweise die Ultraschall Methode, welche die Konsistenz des Keratins so verändert, dass eine feste Verbindung entsteht. Aber auch die Wärme- sowie die Luftdruck-Methode finden immer mehr Anwendung.

Während die Wärme-Methode ähnlich wie die Ultraschallmethode funktioniert und jede Strähne einzeln angebracht wird, können bei der Lufdrucktechnik bis zu zehn Strähnen gleichzeitig eingearbeitet werden. Auch eine Kombination verschiedener Methoden ist möglich, so kann man beispielsweise die Seitenpartie, welche von Natur aus dünner ist, mit einzelnen Strähnen per Ultraschall auffüllen und für den Bereich des Hinterkopfs die Lufdruck-Methode nutzen.

Echthaar

Echthaar ist zwar relativ teures Haar, allerdings bringt es zahlreiche Vorteile mit sich. So hat man damit einfach viel mehr Möglichkeiten und kann es wie Eigenhaar behandeln – es färben, tönen und wellen. Außerdem ist der Unterschied zum Eigenhaar kaum sichtbar. Es bedarf jedoch auch der richtigen Pflege.

Indisches Tempelhaar: Bei einer traditionell hinduistischen Hochzeit wird der Braut der Haarschopf abgeschnitten, um damit den Göttern zu danken. Diese Haare werden anschließend verkauft und von Firmen verarbeitet.

Chinesisches Echthaar: China-Haar ist sehr dick und stark. Um es zu verdünnen, wird in der Regel die Schuppenschicht entfernt. Es dient vor allem der Herstellung von Perücken und Haarteilen.

Europäisches Haar: Kommt meist aus Osteuropa und ist sehr selten. Es ähnelt dem indischen Haar und zählt als „Premium-Haar“.

Wie viel kostet eine Haarverlängerung?

Der Preis setzt sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen, wie beispielsweise die Haarqualität, die Haarlänge oder die Befestigungsmethode. Besonders die Wahl zwischen Kunsthaar und Echthaar kann den Preis stark beeinflussen. Für synthetisch hergestelltes Haar bezahlt man in etwa zwischen 100 Euro und 500 Euro, während man für Echthaar, je nachdem ob indisches, chinesisches oder europäisches, teilweise bis zu 3.000 Euro bezahlt.

Da Haarverlängerungen sehr teuer sein können, sollte die Wahl des Frisörs wohl überlegt sein. Das Anbringen einzelner Strähnen dauert in der Regel nur wenige Minuten und kostet zwanzig Euro. Eine komplette Haarverlängerung kann allerdings weitaus mehr kosten.

Haltbarkeit

Je nachdem für welche Befestigungsmethode man sich entscheidet, können die Haare mehrere Monate halten. Klebe-Extensions oder mehrtägige Haarstrips müssen in der Regel nach sechs bis acht Wochen erneuert werden. Häufig können die entfernten Haare allerdings noch einmal verwendet werden.

Das „Mindesthaltbarkeitsdatum“ erreichen die Verlängerungen dann, wenn sie herausgewachsen sind – also das Eigenhaar so lange gewachsen ist, dass die Bondings sichtbar werden. Spätestens dann müssen diese erneuert werden. In der Regel ist dies nach sechs Monaten der Fall.

Wie pflegt man Extension?

Eigentlich muss man sich diesbezüglich keine allzu großen Gedanken machen. Dennoch sollte man beispielsweise öl- und alkoholhaltige Produkte vermeiden, denn diese können die Befestigungen lösen. Sehr empfehlenswert sind speziell für Extensions hergestellte Produkte. Wichtig ist außerdem, dass diese während oder nach dem Waschen nicht gerubbelt werden.

Haarverlängerung trotz Haarausfall?

Davon ist grundsätzlich abzuraten. Man sollte niemals Extensions bei einem Haarausfall anbringen, denn das Gewicht der Strähnen könnte so sehr an den Wurzeln der Haare zerren, dass es noch schlimmer wird. Besser geeignet ist eine Haarverdichtung, denn diese kann bei lichtem oder brüchigem Haar helfen.